Geologische Einheiten & Eruptionszentren

Im südöstlichen Bereich der Gemeinde Barano d'Ischia sind eindrucksvoll die ältesten Gesteine der Insel Ischia aufgeschlossen.

Denken Sie nur an das mächtige Campagnano-Massiv mit dem Monte Vezzi oder die Steilküste von Barano, di Scarrupata. Bei dem Monte Vezzi handelt es sich um einen alkalitrachytischen Lavadom mit mehreren Lavaströmen.

An der Steilküste Scarrupata di Barano sind dagegen Bims-Ablagerungen, Tuffsteine und alkalitrachytische Lavaströme anstehend (Vezzoli, 1988).

Barano d'Ischia wird größtenteils von einer weißen, feinlaminierten Asche mit alkalitrachytischer Zusammensetzung, der Piano Liguori-Formation bedeckt.

Der älteste Teil der Insel wird von einer Bruchlinie mit nordost-südwestlichem Verlauf von dem jüngsten Teil der Insel Ischia getrennt. An dieser Bruchlinie sind mehrere Eruptionszentren wie an einer Perlenschnur aufgereiht: Vatoliere, Molara, Nocelle, San Michele und Testaccio. Heute sind diese Vulkankrater kaum noch sichtbar, lediglich eine große Vertiefung bei dem Ortsteil Vatoliere lässt auf die Ausbruchszentren schließen. Die erste drei Vulkankrater sind ca. im 3. Jahrhundert vor Chr. entstanden und förderten latitische Schlacken und Lavaströme.

Westlich von diesen Ausbruchszentren und der ausschlaggebenden Bruchlinie, befindet sich der Ischia-Graben. 1301 hat bei Fiaiano der letzte Vulkanausbruch der Insel Ischia stattgefunden. Ein mehrere 10er Meter mächtiger Lavastrom ist in nordöstliche Richtung bis zum Meer geflossen. Es handelt sich um trachytische Gesteine des Arsos. Bei genauerem Hinsehen werden Sie kleine, längliche Minerale mit einer weißen Farbe sehen, die sich gut von der dunkelgrauen Grundmasse absetzten; dies sind Sanidin Kristalle/Feldspäte. Weiterhin sind grünliche Olivin-Kristalle zusehen. Nordöstlich davon schließt sich ein großer Bergstock an, der den Lavadom des Monte Trippodi beherbergt. Hier bildete sich im 2. Jahrhundert nach Chr. eine mächtige Staukuppe mit alkalitrachytischer Zusammensetzung, die aber zuvor eine aktive Eruptionsphase hatte und bimsreiche Aschelagen förderte (Vezzoli, 1988).

Im Süden der Gemeinde Barano d'Ischia erstreckt sich auf ca. 2 km der längste Strand der Insel Ischia: der Maronti-Strand. Beim Betrachten des Sandes fällt die grünliche Farbe ins Auge; der Lieferant ist der grüne Epomeo-Tuff. Er weist an manchen Stellen eine relativ grobe Korngröße auf.

Oberhalb des Maronti-Strandes bei einem Kakteenfeld sehen Sie Erdlöcher, wo heiße Gase austreten (H2O(g), CO2). Diese heißen Gase steigen von der Magmakammer, die ca. 2,5 km unterhalb der Insel Ischia sitzt, entlang von Spalten und Rissen in der Erdkruste empor. Die Austrittsstellen heißen Fumarolen. Fumarolen geben Hinweise auf eine noch aktive Magmakammer.

In den Schluchten an der Südküste, beispielsweise Olmitello, sind eindrucksvoll sogenannte Erdpyramiden zusehen. Dies sind besondere Verwitterungsformen, die bei weichen Gesteinen, wie zum Bespiel Tuff, der hier ansteht, auftritt. Ein steiles Gefälle wird vorausgesetzt, damit durch Wind und Wasser diese bizarren kegelförmigen Gebilde entstehen. Ein großer Block schützt die darunter liegenden Schichten vor der Erosion.

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